Kriterien fur die Wahl der Offshore Zone
Internationaler Handel und Investitionen erfordern eine sorgfältige Überprüfung der Rechtssprechung bei der Wahl der Offshore Zone für die zu gründende Gesellschaft. Es ist wichtig, ein Land auszuwählen, welches den Zielen und Bedürfnissen der Gesellschaft und ihrer Gründer am besten entspricht. In den meisten Offshore-Zonen gibt es keine Kontrolle des Devisenwechsels. In verschiedenen Ländern gibt es eine unterschiedliche Gesetzgebung, die ein weites Spektrum an Forderungen umfasst, welche von dem internationalen Geschäftsleben gestellt werden.
Bei der Gründung einer Gesellschaft, aber auch bei allen privaten Aktivitäten im Wirtschaftsleben von Off-Shore-Zonen sind zweifelsohne die allerwichtigsten Forderungen Klarheit, Sicherheit und Tranparenz. Für die Einhaltung dieser Forderungen ist es notwendig, ein Land auszuwählen, das politische und wirtschaftliche Stabilität gewährleistet.
Wichtige Geschäftsbedingungen
Die meisten Off-Shore- und "steuerplanenden" Zonen bemühen sich darum, dass ihr "Gesellschaftsrecht" folgende Forderungen entspricht:
- Beschränkte Haftung
- Gesetzlich vorgeschriebene Dokumente sollten minimal sein
- Forderungen an das Kapital dürfen nicht zu hoch sein
- Es soll die Möglichkeit vorhanden sein, die Gesellschafter zu bestimmen bzw. zu bevollmächtigen
- Erwünscht ist die Emission von Aktien an Überbringer
- Die Offenlegung von Details über den Inhaber soll entweder nicht gefordert werden oder sich auf einen engen Kreis von Befugten (wie den Off-Shore-Behörden, der Zentralbank o.ä.) beschränken
- Minimale Haftung der Geschäftsführer
- Ein weites Spektrum an zulässigen Firmennamen und Erweiterungen am Ende des Namens für die Bezeichnung der beschränkten Haftung
- Die Möglichkeit, Geschäfts- und/oder Aktionärsversammlungen in jedem Ort der Welt abzuhalten
- Die Forderung nach einer Rechnungsprüfung soll entweder ganz entfallen oder obligatorisch sein
Die Geschäftsführer haften in der Regel für die Tätigkeit der Gesellschaft aber in einigen Zonen kann die Verantwortung der Geschäftsführer auf die Gesellschaft und ihre Inhaber übertragen werden.
Das wesentlichste Kriterium ist eine moderne, flexible und gut bewährte Gesetzgebung. Darüber hinaus ist es wünschenswert, dass die Gesetzgebung Vertraulichkeit und sicheren Datenschutz bezüglich der Geschäftslage des Kunden gewährleistet. Gegenwärtig gibt es in der Welt über 50 Zonen, die eine Gesetzgebung bezüglich der Off-Shore-Gesellschaften besitzen. Einige Länder haben neue, moderne Elemente in die Gesetzgebung über Gesellschaften eingeführt, welche speziell für internationale Geschäfte entwickelt worden sind. Andere haben Korrekturen in der bereits existierenden lokalen Gesetzgebung vorgenommen, um den Off-Shore-Forderungen zu entsprechen.
Es gibt drei Grundmodelle des Gesetzes über die Gesellschaften: das Englische Gewohnheitsrecht, das Europäische Körperschaftsrecht und das Körperschaftsrecht der USA. Darüber hinaus gibt es gemischte Modelle des Gesetzes über Gesellschaften, die eine Kombination vorhandener Modelle darstellen.
Das Englische Gewohnheitsrecht
Das Gesetz über Gesellschaften, das auf dem Englischen Gewohnheitsrecht beruht, ist das am meisten verbreitete Modell einer klassischen Off-Shore-Gesetzgebung. Dem Gesetz über Gesellschaften unterliegt in diesem Fall dem Britischen Recht über die Gesellschaften von 1948 zu Grunde. Dieses Recht entspringt seinerseits früheren Rechten (1844) und vielen anderen Grundlagen, die auf den Rechten des 19. Jh. beruhen, wie
z. B. die Nominierung der bevollmächtigten Aktionäre. Das Recht über Aktiengesellschaften von 1856 hat die Registrierung einer Gesellschaft gegen Vorlage eines Memorandums und einer Aufzeichnung von Artikeln der Assoziation (Satzung) legitimiert.
Beispiele für Zonen mit dieser Gesetzgebung: Britische Virgin-Inseln, Bahamas. Hong Kong, Belize.
Das Europäische Körperschaftsrecht
Das Europäische Körperschaftsrecht beruht auf dem Französischen Zivilrecht (1864). In der Regel weist es Unterschiede auf, die abhängig davon sind, ob es für geschlossene Aktiengesellschaften (mit geringem Grundkapital und einer kleinen Anzahl der Aktionäre) oder für offene Aktiengesellschaften (die eine Emission von Aktien zulassen, welche für einen weiten Kreis der Bevölkerung zugänglich sind) gilt.
Das Verfahren der Registrierung in Zonen mit Zivilrecht hat im Vergleich zum Englischen Gewohnheitsrecht folgende Besonderheiten:
- Die Höhe des eingezahlten Grundkapitals soll vor der Registrierung dokumentiert werden
- Die Vollmachten der Aktionäre (Aktienhalter) werden verteilt und in den Unterlagen der Gesellschaft festgehalten
- Das Verfahren ist komplizierter und nimmt mehr Zeit in Anspruch als in den Ländern mit Gewohnheitsrecht
- Das Registrierungsverfahren wird unter Einbeziehung eines Notars durchgeführt
- Das Körperschaftsgesetz verlangt in den Ländern mit Zivilrecht, dass die Geschäftsführer in Personen mit exekutiven und direktiven Funktionen eingeteilt werden
- Das Vefahren der Auflösung (Abwicklung) von Gesellschaften ist sehr kompliziert und langwierig
Das Körperschaftsrecht der USA
Das Körperschaftsrecht der USA hat sich unter dem Einfluss beider oben genannten Rechtssysteme - des Englischen Gewohnheitsrechts und des Zivilrechts - gebildet. Neben sprachlichen, terminologischen und einigen begrifflichen Unterschieden weist das Körperschaftsrecht z. T. wesentliche Differenzen von dem Englischen Recht u.a. in folgenden Punkten auf:
- Außer Geschäftsführern haben Körperschaften in den USA Beamte
- Die Satzungen werden häufig nach der Registrierung der Gesellschaft angenommen
- Die Geschäftsführer sind oft befugt, die Satzung zu verändern
Die Gesellschaften in Liberien, Panama sowie auf Nevis stehen unter Einfluss des Körperschaftsrechts der USA.
Verträge zur Vermeidung der Doppelbesteuerung
Alle Länder können, je nach ihrer Gesetzgebung, in zwei Gruppen eingeteilt werden: Länder, die Verträge über gegenseitige Besteuerung haben, und Länder, die keine derartigen Verträge besitzen.
Länder mit Besteuerungsverträgen
Kunden, die eine steuerliche Begünstigung bezüglich der Doppelbesteuerung bekommen wollen, müssen ihre Gesellschaften in Ländern gründen, die Verträge über Vermeidung der Doppelbesteuerung haben. Dies ist wichtig, um minimale Dividenden- und Honorarsteuern in den am Vertrag beteiligten Staaten zu zahlen. Derartige Länder sind in diesem Punkt Nicht-Offshore-Zonen ähnlich und sind formal sehr attraktiv.
Länder ohne Besteuerungsverträge
Dieser Typ der Gesetzgebung wird hauptsächlich dank dem Fehlen der Körperschaftssteuer auf Einnahmen der Gesellschaften in Anspruch genommen; es wird dabei nur verlangt, dass die Gesellschaften eine feste Jahreslizenzgebühr zahlen.
Es ist wichtig, den Gesamtsteuerbetrag aus allen Geschäften zu errechnen und so zu entscheiden, ob unbedingt ein Land mit Besteuerungsverträgen erforderlich ist. Gewöhnlich erweist sich eine solche Rechtsgrundlage als gar nicht nötig für internationalen Handel sowie Warenbewegung und sonstige Leistungen. Dennoch erfordert das Investieren in einige Länder, dass diese entsprechende Verträge haben, um den Steuerdruck zu vermindern.
Beschaffenheit der Infrastruktur bezüglich der Serviceleistungen im juristischen Bereich und im Rechnungswesen
Die Verwaltung über sämtliche Off-Shore-Strukturen bedarf der Serviceleistungen im Rechtsbereich und im Bereich des Rechnungswesens. Aus diesem Grund ist es so wichtig, das Land nach dem Kriterium des Vorhandenseins dieser Services zu wählen, die preiswerte, effiziente und den internationalen Standards entsprechende Leistungen erweisen.
Verbindungsmittel
Da die Geschäfte sehr schnell abgewickelt werden müssen, ist es wichtig, dass das Land über moderne Telekommunikationsoptionen verfügt. Luftverbindung und alle Arten der Postverbindungen müssen zugänglich sein.
Der Bankenbereich
Obwohl Off- Shore - Gesellschaften Firmenkonten in jedem Ort der Welt eröffnen können, ist es von Vorteil, wenn die Kunden ihre Bankgeschäfte im Land abwickeln, wo sich ihre Off-Shore-Gesellschaft befindet. Eine wichtige Forderung an die Banken, die unbedingt eingehalten werden muss, ist das Vorhandensein eines weiten Spektrums an Bankleistungen und die Möglichkeit, internationale banktechnische Mittel und Optionen in Anspruch zu nehmen.
Benutzte Sprachen
Die Geschäftsabwicklung auf Englisch wird bevorzugt, obwohl Off-Shore-Strukturen in der Regel Leistungen in mehreren Sprachen bieten können. Dies ist durch die Notwendigkeit bedingt, Missverständnisse bei den Beziehungen mit den Kunden auszuschließen.
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